Baby in Not?

Interessanter Artikel in Spiegel Online, in dem es um überfüllte Kreißsäale und überlastete Hebammen und Entbindungspfleger geht.

Wie fast alles in unserem Gesundheits- und Sozialsystem konnte man die Entwicklung kommen sehen und hat sich lieber um Bankenrettungen oder sonstige Goodies gekümmert. Schlecht bezahlte Berufe werden nun einmal nicht gerne gewählt, gleichzeitig wird durch die Politik eine weitere Verdichtung der Versorgungsstrukturen gefördert (nicht entzerrt), wie z.B. hier in Frankfurt die Schließung der Geburtshilfe im Katharinen Krankenhaus und die wohl geplante Schließung in einem weiteren Krankenhaus. Auf Sylt haben auch rein die Kosten dazu geführt, dass der private Träger des Krankenhauses die Haftpflichtprämien der Ärzte nicht mehr tragen wollte (>50.TSD Euro im Jahr), was zu einer Schließung des Kreißsaales führte.

Krebsvorbeugung durch Ernährung?

Alter Hut, oder? Amerikanische Wissenschaftler haben Daten der „Nurses Health Study“ und Health Professionals Follow-up Study, welche jeweils schon seit Jahrzehnten laufen und immer noch fortgesetzt werden, ausgewertet. Dabei wurden die Daten von 39 Lebensmittelgruppen genutzt, welche vorher mittels eines selbst entwickelten Index auf ein „Entzündungspotential“ überprüft. Diese Gruppen wurden dann noch in zwei Gruppen von insgesamt 18 Lebensmittelpositionen von Gruppen mit hoher oder niedriger Potenz eingeteilt.

Ein geringes Potential haben laut dem Score “ Bier, Wein, Fruchtsäfte, Karotten, süße Kartoffeln, grünes Gemüse und Pizza“, ein hohes Potential haben „Rotes und verarbeitetes Fleisch, bestimmten Gemüsearten, Fisch, Tomaten und Erfrischungsgetränke wie Cola“

Der Ergebnisse überraschen. Männer haben ein um 44% erhöhtes Risiko an Darmkrebs zu erkranken, Frauen ein um 22% erhöhtes Risiko.

Interesant dann das Thema Alkohol. Männer mit der Angabe kenen Alkohol zu trinken, hatten ein 68% höheres Risiko an Darmkrebs zu erkranken, als diejenigen, welche Alkohol trinken. Bei Frauen fiel der Unterschied mit 33% nicht ganz so krass aus.

Als vorläufiges Fazit nennen die Autoren der Studie, welche im JAMA veröffentlich wurde, dass durch – oh Wunder – die Krebshäufigkeit durch Ernnährungsgewohnheiten beeinflussbar sein könnten.

Einschränkungen dieser Studie sind für mich: Es wurde alles durch Fragebögen erfasst, die Lebenserwartung durch Übergewicht, Alkoholismus, Diabetes etc. waren kein Thema und sind in den 26 Jahren sicher genauso wichtig gewesen.

Speziell bei der Nurses Health Study haben die Gynäkologen bezüglich der Datenqualität und/oder Analyse schon ihre Erfahrungen gemacht. Mit der ersten Datenanalyse wurde 2003 die Hormonersatztherapie „verteufelt“, erst 10 Jahre später wurde sich entschuldigt und die Ergebnisse in vielen Teilen revidiert.

Abklärung eines unerfüllten Kinderwunsches

Ein Kinderwunsch gilt als unerfüllt, wenn ein Paar ein Jahr lang regelmäßig Verkehr hat und darunter keine Schwangerschaft eintritt. Die WHO hat inoffiziell diese Definition geteilt in zwei Altersgruppen. Bei Paaren, bei den Sie >35 ist, spricht die WHO bereits nach 6 Monaten erfolglosem Versuchen davon. Dieses bildet sich bislang jedoch nicht in den Ländern z.B. der EU ab. Dabei wäre zu bedenken, dass regelmäßiger Verkehr auch 1-2/Woche in jeder Woche und jedem Monat gemeint ist und nicht der Klassiker des „Kapitäns zur See“ mit 1x/Jahr.

Zur Beruhigung vielleicht einige wenige Zahlen:

  • Innerhalb eines Jahres werden 75% aller Paare spontan schwanger,
  • Innerhalb von 2 Jahren werden 90% aller Paare spontan schwanger.
  • Lediglich circa 10% aller Paar werden nicht schwanger oder benötigen Unterstützung durch ein Kinderwunschzentrum.

Paare können bereits, bevor sie sich Sorgen machen, gewisse Dinge selber in die Hand nehmen und optimieren, dazu hier der Beitrag auf unserer Seite: Weiterhin sind die Einnahme von Folsäure und die Abklärung des Impfstatus wichtig, übrigens auch vom Partner!

Wenn es dann nach der gegebenen Zeit nicht geklappt haben sollte, kommt eine Abklärung der Ursache(n) im Sinne eines Stufenschemas zum Tragen.

Zunächst eine Anamnese, also Erfragung der näheren Details wie Zyklushäufigkeit,-Dauer,-Stärke,-Schmerzhaftigkeit etc.. Häufigkeit des Verkehrs, Erfragung von bislang erfolgten speziellen Untersuchungen und Ergebnissen, Selbstkontrolle des Zyklus etc.

Dann eine normale Routineuntersuchung, Abstrich, ggf. Vaginalultraschall, falls in der Vergangenheit im Rahmen des normalen Besuches nicht bereits erfolgt.

Falls bislang nicht erfolgt, Untersuchung einiger weniger Hormonwerte inkl. der Schilddrüse, Aufforderung des Partners zur Spermiogrammanalyse bei einem zertifizierten Urologen.

Zu guter letzt dann eine operative Untersuchung der Gebärmutter und die Durchgängigkeitsprüfung der Eileiter. Interessanterweise werden innerhalb der ersten drei Monate nach diesem Eingriff deutlich mehr Paar schwanger als sonst im vergleichbaren Zeitraum.

Je nachdem, wie die Ergebnisse ausgefallen sind, sind verschiedene Therapieansätze möglich.

Endometriosezentren

Warum ein Zentrum? Endometriose ist eine Erkrankung, welche bei Frau nicht selten vorkommt, häufig spät entdeckt wird oder gerne auch verdrängt wird, da „Frau“ ja „an Schmerzen gewöhnt“ ist. Es gibt eine/mehrere internationale Klassifikation(en) der Einteilung der Endometriose, welche jedoch definitiv sicher für diese Einteilung erst durch eine Operation festgestellt werden kann. Es gibt neben den typischen Symptomen einer Endometriose jedoch durchaus auch im Vaginalultraschall Hinweise für das Vorliegen dieser Erkrankung, z.b. ein Endometriom. Bei einem nennenswerten Anteil von Frauen kommt es jedoch zu einem zufälligen Entdecken, meistens im Rahmen einer Bauchspiegelung oder eines Kaiserschnittes. Die Behandlung einer Endometriose ist durchaus länderabhängig. Warum? In Deutschland haben die meisten Frauen einen ungehinderten Zugang zu einem Facharzt und damit auch zu einer eventuell notwendigen Klinik. Das ist in anderen Ländern anders, auch in europäischen Ländern.

Warum nun Zentren? Wichtig in diesem Zusammenhang ist es, dass jede Frau mit wiederkehrenden, stärker werdenden, vom Zyklus, also der Menstruation abhängigen Beschwerden ihren Frauenarzt aufsucht und die Beschwerden auch deutlich macht. Dann kann eine zielgerichtete Suche erfolgen und ggf. eine spezialisierte Diagnostik mit eventueller Therapie veranlasst werden. Zentren sollten verschiedene Grundvorraussetzungen erfüllen und damit möglichst an einem Ort verschiedene Fachdisziplinen zur optimierten Behandlung einer ausgedehnten Endometriose versammeln. Hier geht es nicht um zeitweise auftretende Beschwerden, sondern um die „schweren“ Fälle mit erheblichen Problemen oder ausgedehnten Zufallsbefunden.

Ein Zentrum kann daher sowohl gynäkologisch, als auch chirurgisch, wie auch urologisch operativ tätig werden. Besonders ist ein Zentrum dann hervor zu heben, welches ggf. auch noch eine Kinderwunschbehandlung unter „einem Dach“ mit anbieten kann, wenn dieses akut für diese Behandlung begründet war.

Warum eine Behandlung? Jede Frau, welche die Diagnose Endometriose gestellt bekommen hat, wird sich diese Frage nicht mehr stellen. Typischerweise sind diese Frauen froh, nach einem z.T. langjährigem Leidensweg endlich eine Therapie bekommen zu haben. neben den Schmerzen oder allgemeinen Problemen im Becken hat die Endometriose eventuell je nach Stadium auch die unangenehme Eigenschaft, sich negativ auf die Fruchtbarkeit auszuwirken. Spätestens dann kann es sinnvoll sein, eine Diagnostik und Therapie einzuleiten.

Eine Auswahl von Endometriosezentren mit Zertifizierung im Umkreis von unserer Praxis (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Mit einem Klick werden Sie auf die jeweilige Seite weitergeleitet.

 

 

Markus Krankenhaus Frankfurt Hochtaunus Kliniken Bad Homburg Endometriosezentrum Offenbach 
Endometriosezentrum Darmstadt Endometriosezentrum Mainz

Frühgeburt und mütterliches Alter

Eine interessante Kanadische Studie zeigt einen Zusammenhang auf zwischen verschiedenen Schwangerschaftskomplikationen und dem mütterlichen Alter. So ist die Rate von Frühgeburten (per Definitionem <37 Wochen) bei Frauen in einem Alter >40 erheblich höher (7.8% zu 5.7%) als in der Gruppe 30-35 Jahre. Auch für andere Komplikationen gilt diese Risikosteigerung.

Ratschlag schlechthin: Früher schwanger werden? Das ist natürlich sinnvoll aber gesellschaftlich wohl eher fragwürdig zu bewerkstelligen.

Jodmangel in der Schwangerschaft

Jeder, fast jeder, Schwangeren wird geraten zusätzlich Jod in der Schwangerschaft einzunehmen. Fast deshalb, da es Schilddrüsenerkrankungen gibt, bei denen die zusätzliche Gabe von Jod nicht erlaubt ist. Ein Jodmangel in der Schwangerschaft kann später mit einer Leseschwäche, Wortverständnis und Verständnisproblemen mit der Grammatik einhergehen. In Österreich wurde dazu eine Studie veröffentlich, die eindeutig einen Zusammenhang sehen und damit auch einen Ratschlag geben konnte.

Der Rat ist ziemlich eindeutig. Es sollte bereits wie bei der Folsäure vorab mit einer zusätzlichen Einnahme von 100-200µg Jodid begonnen werden, damit der zusätzlich anfallende Bedarf in der Schwangerschaft nicht zu einem Mangel führt.

Folsäure und Kinderwunsch

Es ist seit langem bekannt, dass Folsäure der wesentliche Faktor in der Verhinderung von s.g. Neuralrohrdefekten ist. Trotzdem ist seit Jahren keine Senkung der Häufigkeit zu sehen. Eine der Gründe ist, dass die Nahrung heutzutage kaum mehr als 200µg Folsäure hergibt, gleichzeitig aber bis zu 550µg Folsäure als Bedarf in der Schwangerschaft dagegen stehen. Der wichtigste Zeitraum der zusätzlichen Einnahme ist bis zur 6.-8. Woche einer Schwangerschaft, weil in dieser Zeit sich der biologische Umbau vollzieht bei dem die Folsäure besonders wichtig ist; dem Schluss des Rückens und z.B. auch der Lippen-Kiefer-Gaumen Region.

Daher ein Appell an alle Paare mit Kinderwunsch sich rechtzeitig mit einem Folsäurepräparat zu versorgen, am Besten 4-6 Wochen vor der Empfängnis oder mit der letzten Pillenpackung! Die empfohlene Dosis beträgt in diesem Zeitraum 800µg Folsäure, da davon ungefähr die Hälfte in aktives Folat umgewandelt wird. Nur dieses ist vom Körper verwertbar.