Therapie der unkomplizierten Blasenentzündung

Eine Blasenentzündung wird unkompliziert genannt, wenn diese sich auf die Blase beschränkt, also keine Beteiligung z.B. der Nieren hat und es keine funktionellen oder anatomischen Anomalien sowie Begleiterkrankungen gibt.

Seit April diesen Jahres ist eine neue Leitlinie der Diagnostik und Therapie dieser Problematik in Kraft. Dabei wird erstmalig darauf Wert glegt, dass, wenn möglich auf eine Antibiose unter bestimmten Bedingungen zunächst verzichtet werden kann. Es sollten alternative Möglichkeiten genutzt werden. Wenn eine Antibiose erfolgt, dann sollte möglichst vorher ein Antibiogramm (also Test auf Empfindlichkeit verschiedener Antibiotika) erfolgen und damit gezielt behandelt werden.

Kügelchen statt Brille?

Interessante Diskussion, welche momentan zwischen den Kassen und einem Informationsnetzwerk Homöopathie begonnen wurde. Es ging um die Frage, weshalb die Kassen eine Methode erstatten, über die es keine vernünftigen Daten zur Wirksamkeit gibt. Gleichzeitig sind die Zuzahlungen zu wichtigen Hilfsmitteln so gering, dass viele Personen auf eine Brille z.b. lange sparen müssen, um sich diese leisten zu können. Interessant dabei ist, dass die Kassen selbst bei dieser Therapieform in der Erstattungsbegründung nie von der Wirksamkeit der Methode, sondern vom Zwang durch die entstandene Nachfrage berichten. Mit anderen Worten, die Kassen zahlen, weil andere dieses so wollen? Muß ein Versicherter oder ein Versicherte also nur den Druck erhöhen, damit eine Kasse etwas zahlt?

PCO (Syndrom der polycystischen Ovarien)

Ein Schlagwort, welches viele Frauen hören und dann nachfragen, ist das des PCO. Bekannt wurde dieses zunächst durch das charakteristische Erscheinungsbild der Eierstöcke (Ovarien). Es gibt jedoch mehr Kriterien, welche das „bewiesene“ Syndrom erfüllen muss oder kann. Bei bis zu 12% aller Frauen kann ein PCO nachgewiesen werden, selten ist das also nicht. Aufgrund der Häufigkeit ist es wohl diejenige Erkrankung, welche am häufigsten zu Empfängnisproblemen bei der Frau führen kann. Bedeutet aber auch im umgekehrten Fall, viele Frauen mit PCO haben kein Empfängnisproblem.
Das PCO ist häufiger eine „Erkrankung“ der übergewichtigen Personen, bei Normal- oder untergewichtigen Personen kommt dieses vor, ist jedoch seltener. Da man heute davon ausgeht, dass das PCO zu einem großen Teil durch den Lebensstil bereits in der Pubertät geprägt wird, werden wir in Zukunft das Krankheitsbild häufiger sehen. Die typischen Trollbemerkungen, wie das käme durch die Pille etc. sind Unsinn. Wenn zwei von den unten stehenden Symptomen sicher bestimmt werden konnten, gilt die Diagnose als sicher.

Mögliche Symptome:

  • Der Zyklus verlängert sich z.T. erheblich über die typischen vier Wochen hinaus.
  • Im Ultraschall der Eierstöcke lassen sich die typischen kleinen „Bläschen“ direkt unter der Oberfläche des Eierstocks darstellen.
  • Die Behaarung ändert sich in Richtung männliche Behaarung.
  • Im Labor lassen sich erhöhte männliche Hormonwerte nachweisen.
  • Eine Insulinresistenz – der Insulinstoffwechsel „spinnt“

Aber:

  • Zyklusverlängerungen gibt es auch ohne diesen Grund,
  • Im Schall lassen sich diese Zeichen auch ohne PCO darstellen,
  • Die Behaarung gibt es auch bei Frauen mit höherem männlichen Hormonspiegel ohne PCO, was auch für das Labor gilt,
  • Insulinprobleme gibt es viel häufiger ohne PCO, alleinig wegen des Gewichtes.

 

Was gibt es an Diagnostik, um dem Problem auf den Grund zu gehen?

  • Fragen, speziell zu Zyklusveränderungen.
  • Ultraschall
  • Labor ggf. mit der Bestimmung der Insulinresistenz.

 

Welche Therapieoptionen gibt es?

Die wichtigste Option ist bei Übergewichtigen die Gewichtsreduktion. Allein 5% weniger Körpergewicht führt zu einer nennenswerten Reduktion von vielen Parametern, welche den Zyklus und den Eisprung negativ beeinflussen. Diese Option gilt sowohl für Frauen mit oder ohne Kinderwunsch.

Zusätzlich bei Frauen ohne Kinderwunsch:

  • kann man eine Pille geben, welche den Spiegel der männlichen Hormone senkt und damit sowohl eine Menstruation herbeiführen kann, wie auch die typischen Nebenwirkungen von männlichen Hormonen, wie z.B. die Behaarung verbessert.
  • Keine Option ist es nichts zu unternehmen, da über die Jahre hinweg der Zustand der Eierstöcke sich weiter verschlechtern wird.

Zusätzlich bei Frauen mit Kinderwunsch:

Zyklusregulierende und/oder Eisprung stimulierende Maßnahmen bis hin zu einer Behandlung in einem Kinderwunschzentrum. Dazu ggf. Inositol und/oder auch Metformin (dieses greitft in die Problematik der Insulinresistenz ein).

 

Alternative Therapieotionen?

Die Akkupunktur wurde getestet, aber die Daten waren bislang zu mau.

 

Schwanger, Lehrerin und das Thema Infekte

Ein immer wieder interesssantes Thema ist bei Lehrerinnen das Problemfeld Infektionen oder Infektionsgefährdung. Prinzipiell ist jeder Rektor, jede Rektorin an eine Leitlinie gebunden, nach der eine schwangere Mitarbeiterin bezüglich des Risikos an ihrem Arbeitsplatz eingeordnet wird. Dafür liefern meistens die zuständigen Gesundheitsämter als „Betriebsärzte“ einen Fragenbogen.

Was aber nun, wenn während der Schwangerschaft eine „neue“ Infektionsquelle auftritt? Das Land Baden-Württemberg hat dazu einen schönen Flyer als Handout für die Leitungen erstellt. Hier können Sie sich das: Merkblatt für Schulleitungen und schwangere Lehrinnen runterladen und bereits selbst eine vorläufige Einstufung eines eventuellen Risikos durchführen.