Schwangerschaft und Alkohol

Auch wenn die allermeisten Schwangeren Frauen nur verständnislos den Kopf schütteln werden, dass dieses überhaupt ein Thema sein kann, es ist aber traurigerweise eines. In Deutschland kommen bis zu 4.000 Kinder auf die Welt, welche mehr oder weniger Anzeichen der Auswirkung von Alkohol in der Schwangerschaft haben. Daher gilt absolut die Null-Promille Grenze. Auch alkoholfreie Getränke können laut Gesetzgeber durchaus noch Alkohol enthalten, da ein Gehalt unter 0.5 Volumenprozent als alkoholfrei gilt. Daher „Augenauf“ beim Getränkekauf. Es gibt allerdings mittlerweile Getränke., welche definitiv 0% Alkohol enthalten.

Baby in Not?

Interessanter Artikel in Spiegel Online, in dem es um überfüllte Kreißsäale und überlastete Hebammen und Entbindungspfleger geht.

Wie fast alles in unserem Gesundheits- und Sozialsystem konnte man die Entwicklung kommen sehen und hat sich lieber um Bankenrettungen oder sonstige Goodies gekümmert. Schlecht bezahlte Berufe werden nun einmal nicht gerne gewählt, gleichzeitig wird durch die Politik eine weitere Verdichtung der Versorgungsstrukturen gefördert (nicht entzerrt), wie z.B. hier in Frankfurt die Schließung der Geburtshilfe im Katharinen Krankenhaus und die wohl geplante Schließung in einem weiteren Krankenhaus. Auf Sylt haben auch rein die Kosten dazu geführt, dass der private Träger des Krankenhauses die Haftpflichtprämien der Ärzte nicht mehr tragen wollte (>50.TSD Euro im Jahr), was zu einer Schließung des Kreißsaales führte.

Abklärung eines unerfüllten Kinderwunsches

Ein Kinderwunsch gilt als unerfüllt, wenn ein Paar ein Jahr lang regelmäßig Verkehr hat und darunter keine Schwangerschaft eintritt. Die WHO hat inoffiziell diese Definition geteilt in zwei Altersgruppen. Bei Paaren, bei den Sie >35 ist, spricht die WHO bereits nach 6 Monaten erfolglosem Versuchen davon. Dieses bildet sich bislang jedoch nicht in den Ländern z.B. der EU ab. Dabei wäre zu bedenken, dass regelmäßiger Verkehr auch 1-2/Woche in jeder Woche und jedem Monat gemeint ist und nicht der Klassiker des „Kapitäns zur See“ mit 1x/Jahr.

Zur Beruhigung vielleicht einige wenige Zahlen:

  • Innerhalb eines Jahres werden 75% aller Paare spontan schwanger,
  • Innerhalb von 2 Jahren werden 90% aller Paare spontan schwanger.
  • Lediglich circa 10% aller Paar werden nicht schwanger oder benötigen Unterstützung durch ein Kinderwunschzentrum.

Paare können bereits, bevor sie sich Sorgen machen, gewisse Dinge selber in die Hand nehmen und optimieren, dazu hier der Beitrag auf unserer Seite: Weiterhin sind die Einnahme von Folsäure und die Abklärung des Impfstatus wichtig, übrigens auch vom Partner!

Wenn es dann nach der gegebenen Zeit nicht geklappt haben sollte, kommt eine Abklärung der Ursache(n) im Sinne eines Stufenschemas zum Tragen.

Zunächst eine Anamnese, also Erfragung der näheren Details wie Zyklushäufigkeit,-Dauer,-Stärke,-Schmerzhaftigkeit etc.. Häufigkeit des Verkehrs, Erfragung von bislang erfolgten speziellen Untersuchungen und Ergebnissen, Selbstkontrolle des Zyklus etc.

Dann eine normale Routineuntersuchung, Abstrich, ggf. Vaginalultraschall, falls in der Vergangenheit im Rahmen des normalen Besuches nicht bereits erfolgt.

Falls bislang nicht erfolgt, Untersuchung einiger weniger Hormonwerte inkl. der Schilddrüse, Aufforderung des Partners zur Spermiogrammanalyse bei einem zertifizierten Urologen.

Zu guter letzt dann eine operative Untersuchung der Gebärmutter und die Durchgängigkeitsprüfung der Eileiter. Interessanterweise werden innerhalb der ersten drei Monate nach diesem Eingriff deutlich mehr Paar schwanger als sonst im vergleichbaren Zeitraum.

Je nachdem, wie die Ergebnisse ausgefallen sind, sind verschiedene Therapieansätze möglich.

Jodmangel in der Schwangerschaft

Jeder, fast jeder, Schwangeren wird geraten zusätzlich Jod in der Schwangerschaft einzunehmen. Fast deshalb, da es Schilddrüsenerkrankungen gibt, bei denen die zusätzliche Gabe von Jod nicht erlaubt ist. Ein Jodmangel in der Schwangerschaft kann später mit einer Leseschwäche, Wortverständnis und Verständnisproblemen mit der Grammatik einhergehen. In Österreich wurde dazu eine Studie veröffentlich, die eindeutig einen Zusammenhang sehen und damit auch einen Ratschlag geben konnte.

Der Rat ist ziemlich eindeutig. Es sollte bereits wie bei der Folsäure vorab mit einer zusätzlichen Einnahme von 100-200µg Jodid begonnen werden, damit der zusätzlich anfallende Bedarf in der Schwangerschaft nicht zu einem Mangel führt.

Folsäure und Kinderwunsch

Es ist seit langem bekannt, dass Folsäure der wesentliche Faktor in der Verhinderung von s.g. Neuralrohrdefekten ist. Trotzdem ist seit Jahren keine Senkung der Häufigkeit zu sehen. Eine der Gründe ist, dass die Nahrung heutzutage kaum mehr als 200µg Folsäure hergibt, gleichzeitig aber bis zu 550µg Folsäure als Bedarf in der Schwangerschaft dagegen stehen. Der wichtigste Zeitraum der zusätzlichen Einnahme ist bis zur 6.-8. Woche einer Schwangerschaft, weil in dieser Zeit sich der biologische Umbau vollzieht bei dem die Folsäure besonders wichtig ist; dem Schluss des Rückens und z.B. auch der Lippen-Kiefer-Gaumen Region.

Daher ein Appell an alle Paare mit Kinderwunsch sich rechtzeitig mit einem Folsäurepräparat zu versorgen, am Besten 4-6 Wochen vor der Empfängnis oder mit der letzten Pillenpackung! Die empfohlene Dosis beträgt in diesem Zeitraum 800µg Folsäure, da davon ungefähr die Hälfte in aktives Folat umgewandelt wird. Nur dieses ist vom Körper verwertbar.

Hilfe für junge Mütter

Sicher kaum einer jungen Mutter bekannt – es gibt neben den typischen Anlaufstellen, wie ein Sozialamt, auch eine Stiftung, welche sich finanziell und beratend um junge Mütter kümmert.

Auf deren Webseite können Sie mal schauen, welches Angebot für Frauen in einer komplizierten Lage bereit gehalten wird.

Sport und Schwangerschaft

Auch wenn die meisten Schwangeren wissen was zu tun oder zu lassen ist, der Spiegel hat in einem Artikel einige Sportarten aufgelistet, welche in der Schwangerschaft unproblematisch sind.

Hier geht es zum Artikel: