Hausarztmangel ist kein deutsches Problem

Wir sind gerade in der nördlichen Bretagne im Urlaub.

Bei der Durchfahrt durch ein kleines, nettes Örtchen namens Matignon fällt am Ortseingang sofort ein Riesenplakat auf, mit dem dringend zwei Hausärzte gesucht werden. Praxisräume wären vorhanden.

Im dazugehörigen Artikel einer regionalen Zeitung liest man dann, dass demnächst keine Hausarzt mehr in der Stadt arbeiten wird. Der Vermieter der vorherigen Ferienwohnung war Zahnarzt, auch er hatte Schwierigkeiten, für die Praxis eine Neubesetzung zu bekommen, seine Tätigkeit üben jetzt drei Personen aus.

Von Fachärzten reden die Bewohner garnicht, die gibt es bereits seit Längerem nur in Grossstädten.

Die Gesundheitswelt erscheint auch in Frankreich ins Wanken zu geraten.

Wir brauchen Landärzte?

Wie wir alle in den Medien verfolgen können, sind Landärzte Mangelware. Dafür gibt es diverse Gründe, seien es finanzielle, die eventuell schlechtere Wohnqualität, fehlende Versorger vor Ort oder der 24/7 Arbeitstag in den Gemeinden.

Alle Patienten sollten aufhorchen, es gibt noch einen Faktor, den wohl die Meisten von uns nicht auf dem Schirm haben – Ärzte können bestraft werden, wenn diese zuviel arbeiten! JA, zuviel!

Bei Landärzten ist das dann häufig ein Hausbesuch zuviel.  Der Spiegel hat darüber einen schönen Artikel geschrieben.

Glauben Sie Ihrer Kasse?

Sie kennen die Diskussion über eine wohnortnahe Versorgung? Sie kennen die Mitteilungen in der Presse und den sonstigen sozialen Medien über die schlechter werdende medizinische Versorgung in der Fläche? Sie wissen dadurch natürlich auch, dass nur die Geldgeier – genannt Ärzte – die Verursacher dieser Misere sind?

Ich hoffe nicht, dass Sie dann durch diesen schönen Artikel in der Ärzte-Zeitung verunsichert werden. Die AOK befürwortet eine Ausdünnung der Zahl der Krankenhäuser, ein Gesundheitsökonom befürwortet die Schaffung von mehr „Portalpraxen“, nichts anderes ist in Summe eine weitere Konzentration von medizinischen Leistung auf weniger Standorte. Ganz klar also eine Ausdünnung der Flächenversorgung!

So sieht die gewünschte Realität aus, auch wenn gerne in den Medien von völlig anderen Vorstellungen geredet oder vorgejammert wird!

Personalmangel im Krankenhaus?

Jeder Deutsche war sicher schon in der Situation, dass gefühlt in einem Krankenhaus ein Mangel an Personal herrscht. Wenn man mit den den Pflegemitarbeitern und Ärzten spricht, dann ist das eine Tatsache. In der Aktuelle Ärztezeitung wird dieses auf der Titelseite thematisiert. So fehlen ca. 10.000-15.000 Pflegekräfte. Was zugleich bedeutet – siehe England – es fehlen Betten, da diese nicht mehr belegt werden können, weil keine Pflege existiert. Das gleiche Problem existiert bei den Ärzten, was zu einer erheblich ausgeweiteten Beschäftigung von nicht sonderlich gut Deutsch sprechendem Pflege- und Arztpersonal führt. Ein sehr guter Freund meinte bei einem Aufenthalt in einer Frankfurter Klinik dazu: „Wie gut, dass ich noch russisch kann“

Fachärztemangel

Schöner Artikel über die Aktivitäten in Bayern.

Nicht, dass wir glauben dürfen, allein einen zukünftigen oder schon bestehenden Hausarztmangel gilt es zu verwalten, nein auch die Fachärzte gehen mal in Rente und finden vielfach keine Nachfolge. Wenn doch steht die Praxis leer und mehrere Ärzte schliessen sich zu einem Verbund im Sinne einer Großpraxis zusammen.

Daraus folgt, dass alle anderen Praxisstandorte geschlossen werden! Hier das Ärzteblatt: