Test auf Down-Syndrom wird Kassenleistung?

Seit 2013 gibt es die Möglichkeit, dass per Blutanalyse aus dem mütterlichen Blut, ohne Gefährdung des werdenden Kindes Chromosomenveränderungen bestimmt werden können. Dieses nennt man NIPT oder auch Nichtinvasive Pränataltests. Bei der Analyse des Chromosoms 21 kommen die Tests immerhin auf eine Sensitivität (die richtig-richtig Rate) von über 99%. Bei anderen Chromosomen sind die Tests bei weitem nicht so gut, zudem gibt es eine Ausfallquote der Tests von 2-3%. Letzteres bedeutet, dass in 2-3% die Probe nicht analysierbar ist und KEIN Ergebnis mitgeteilt wird.

Pränataltests und die Geschlechtsdiagnose

Einige Patientinnen lassen im Rahmen der Schwwangerschaft einen vorgeburtlichen Test auf genetische Erkrankungen in nichtinvasiver Form (Blutentnahme bei der Mutter) durchführen, s.g. NIPT. Ein „Abfallprodukt dieser Test ist die Bestimmung des Geschlechtes. Der Test kann in den meisten Fällen problemlos ab der 11. Woche durchgeführt werden, das Ergebnis liegt häufig 4-5 Tage später vor. Daher werden wir auch gerne nach dem Geschlecht des Kindes gefragt, in der Annahme, wir würden dieses bereits durch den Test wissen, aber den Schwangeren Frauen „verheimlichen“ weil wir es vor der 14+0 Woche nicht bekannt geben dürfen.

Dem ist so nicht, das GenDG gilt für alle Beteiligten dieser Analyse, auch für die Firmen, welche den NIPT durchführen und das Ergebnis liefern. In den Ergebnisblättern steht daher bis zum 14+0 Tag lediglich ein Datum, an dem die Praxen dann erneut ein Fax oder einen Brief bekommen, in welchem das Geschlecht offen gelegt wird.

Nachbohren hilft also nicht……..

Schwangere können vielleicht aufatmen?

Das Bundesministerium für Gesundheit plant die Erstellung einer Website, über der Schwangere eine Hebamme finden können. Klingt doch wirklich gut. Ich sehe nur darin eine gewisse „Augenwischerei“. Es gibt bereits jetzt eine Seite des Hebammenverbandes, über welche Frau eine Hebamme finden könnte. Die Crux auch bei dieser Seite ist zum einen die Pflege der Daten, welche nicht gut ist (es sind nicht alle Hebammen im Verband oder nicht mehr tätige Hebammen sind noch in der Liste oder Angebote sind nicht gelistet oder noch gelistet…….), zum anderen löst diese Seite nicht die grundsätzlichen Probleme.

Diese sind die Menge an verfügbaren Hebammen und damit auch die räumliche Verfügbarkeit. Der Charme einer Nachsorge durch eine Hebamme besteht ja unter anderem darin, dass diese im heimischen Umfeld erfolgen kann. Im Umkehrschluss fahren aber daher diese Hebammen auch nicht X Kilometer zu Ihren Frauen. Wenn alsoi wohnortnah keine Termine oder sogar keine Hebamme verfügbar ist, dann ist das Problem durch eine Webseite nicht gelöst…..

Ausklang der Woche

Männer haben kein „Bock“ auf Gummi, Frauen möchten ohne Hormone verhüten.

Da kommt doch eine App recht, welche eine extrem gute Verhütungssicherheit verspricht, gerade recht.

Die App „Natural Cycles“ verspricht unter gewissen Bedingungen genau das. Sicherheit (in Verbindung mit einem Thermometer) ohne Eingriffe oder Hormone.

Das Thema Verhütung ist aber ein so wichtiges, dass es erlaubt sein sollte, grundsätzlich kritisch mit Jubelmeldungen umzugehen.

Dieses macht ein Artikel auf Netzpolitik.org.

Wir finden, dass sich alle Frauen, welche planen umzusteigen, sich die schön herausgearbeiteten Pros und Cons anlesen, bevor eine Anwendung durchgeführt wird

Krebsvorsorge ohne Abstrich?

In einem Beitrag des Ärztblattes wird eine Entscheidung der United States Preventive Services Task Force (USPSTF) zitiert, nach der in Zukunft eine Empfehlung des alleinigen Tests auf HPV alle 5 Jahre ab dem 30.-65. Lebensjahr in den USA empfohlen wird.  Momentan ist das konventionelle Screening in dieser Altersgruppe noch auf drei Jahre angelegt.

Berücksichtigt wird dabei, dass eine deutlich höhere Falsch-positiven Quote geben wird, als beim konventionnellen Test. Was deutsche Frauen nicht schocken sollte, dieses Vorgehen ist bei uns nicht geplant. Was mir sauer aufstösst, ist die Tasache, dass alle anderen Körperregionen, welche auch zur „deutschen Vorsorge“ dazugehören, völlig ausgeklammet werden. Frau besteht also ab 30 nur noch aus einem Gebärmutterhals.

Impfen, Impfgegner, Argumente

Momentan gibt es einige Meldungen zum Thema Kinderkrankheiten, Impfen und Impfgegner. Erstaunlich, denn die Sachlage ist seit Jahren dieselbe. Es gibt Menschen, welche Impfungen als schädlich ablehnen, andere lassen sich mit Impfungen versehen, welche ggf. nicht so wahnsinnig sinnvoll sind.

Vielleicht hat die Presse aufgehorcht, dass in Europa in den ersten sechs Monaten 2018 über 41.000 Menschen an Masern erkrankt sind. Über 70 sollen daran gestorben sein, die Meisten waren nicht geimpft. Leider ist es auch noch so, dass Erwachsene bei einem Infekt mit einer typischen „Kinderkrankheit“ heftiger reagieren, als die Kinder.

Einen guten Überblick über die Gemengelage zum Thema Impfen findet sich in der Zeit Online.

Haftpflicht macht den freiberuflichen Hebammen und den geburtshilflich tätigen Ärzten den Garaus

Sicher schon gelesen, die Prämien für Hebammen, welche in der Geburtshilde tätig sind steigen schon wieder. Dieses betrifft immerhin über 2.600 Hebammen bundesweit. seit dem 1.7.2018 zahlen diese Hebammen 8.174€, wobei ca. 50% durch die Krankenkassen übernommen werden. Zum 1.7.2019 und 1.7.2020 werden diese Prämien jeweils erneut nach oben angepasst.

Bei der sehr schönen Pressedarstellung geht völlig unter, dass bundesweit gerade im nichtstädtischen Bereich Ärzte gibt welche die komplette Geburtshilde abdecken – s.g. Belegärzte. Für dies steigt der Beitrag ebenfalls kontinuierlich, mittlerweile sind es bei Neuverträgen über 60.000€!! Leider beteiligen sich die Kassen hier nicht an den Kosten. Wir werden also in Zukunft eine weitere Ausdünnung der Entbindungsmöglichkeiten erleben, weil mehr und mehr Hebammen und Beleger den Job aufgeben. Es lohnt sich nicht, oder andersherum – es kostet nur noch!