Schwangere können vielleicht aufatmen?

Das Bundesministerium für Gesundheit plant die Erstellung einer Website, über der Schwangere eine Hebamme finden können. Klingt doch wirklich gut. Ich sehe nur darin eine gewisse „Augenwischerei“. Es gibt bereits jetzt eine Seite des Hebammenverbandes, über welche Frau eine Hebamme finden könnte. Die Crux auch bei dieser Seite ist zum einen die Pflege der Daten, welche nicht gut ist (es sind nicht alle Hebammen im Verband oder nicht mehr tätige Hebammen sind noch in der Liste oder Angebote sind nicht gelistet oder noch gelistet…….), zum anderen löst diese Seite nicht die grundsätzlichen Probleme.

Diese sind die Menge an verfügbaren Hebammen und damit auch die räumliche Verfügbarkeit. Der Charme einer Nachsorge durch eine Hebamme besteht ja unter anderem darin, dass diese im heimischen Umfeld erfolgen kann. Im Umkehrschluss fahren aber daher diese Hebammen auch nicht X Kilometer zu Ihren Frauen. Wenn alsoi wohnortnah keine Termine oder sogar keine Hebamme verfügbar ist, dann ist das Problem durch eine Webseite nicht gelöst…..

Impfen, Impfgegner, Argumente

Momentan gibt es einige Meldungen zum Thema Kinderkrankheiten, Impfen und Impfgegner. Erstaunlich, denn die Sachlage ist seit Jahren dieselbe. Es gibt Menschen, welche Impfungen als schädlich ablehnen, andere lassen sich mit Impfungen versehen, welche ggf. nicht so wahnsinnig sinnvoll sind.

Vielleicht hat die Presse aufgehorcht, dass in Europa in den ersten sechs Monaten 2018 über 41.000 Menschen an Masern erkrankt sind. Über 70 sollen daran gestorben sein, die Meisten waren nicht geimpft. Leider ist es auch noch so, dass Erwachsene bei einem Infekt mit einer typischen „Kinderkrankheit“ heftiger reagieren, als die Kinder.

Einen guten Überblick über die Gemengelage zum Thema Impfen findet sich in der Zeit Online.

Haftpflicht macht den freiberuflichen Hebammen und den geburtshilflich tätigen Ärzten den Garaus

Sicher schon gelesen, die Prämien für Hebammen, welche in der Geburtshilde tätig sind steigen schon wieder. Dieses betrifft immerhin über 2.600 Hebammen bundesweit. seit dem 1.7.2018 zahlen diese Hebammen 8.174€, wobei ca. 50% durch die Krankenkassen übernommen werden. Zum 1.7.2019 und 1.7.2020 werden diese Prämien jeweils erneut nach oben angepasst.

Bei der sehr schönen Pressedarstellung geht völlig unter, dass bundesweit gerade im nichtstädtischen Bereich Ärzte gibt welche die komplette Geburtshilde abdecken – s.g. Belegärzte. Für dies steigt der Beitrag ebenfalls kontinuierlich, mittlerweile sind es bei Neuverträgen über 60.000€!! Leider beteiligen sich die Kassen hier nicht an den Kosten. Wir werden also in Zukunft eine weitere Ausdünnung der Entbindungsmöglichkeiten erleben, weil mehr und mehr Hebammen und Beleger den Job aufgeben. Es lohnt sich nicht, oder andersherum – es kostet nur noch!

Ein wunderschöner Moment

Stillen ist sicherlich einer der schönsten Momente für eine Frau nach den Bindung. Auch wenn viele von Problemen und Schmerzen geplagt werden, halten es viele Frauen mittlerweile sogar zum Teil mehrere Jahre durch. Natürlich wird nicht voll gestillt, das Kind wird also nicht Jahre lang ausschließlich von Muttermilch ernährt, jedoch manche Frauen schaffen dieses auch bis zu einem Jahr.

Dazu gibt es, wie wir meinen, einen wunderschönen Artikel im Spiegel online.

Ist das mütterliche Scheidensekret für das Kind wichtig?

Interessante Frage und Studie, welche durch den Chef der Universitätsfrauenklinik Frankfurt durchgeführt wird. Daten, welche einen zum handeln zwingen gibt es noch nicht, Prof. Louwen erwartet diese in 4-6 Jahren. Dass Kindern nach Kaiserschnitt eine andere Darmbesiedelung haben, als natürlich geborene Kinder ist jedoch schon länger bekannt.

Quelle:

Entscheidungswirrwar im Gesundheitsministerium

Der Bundesgesundheitsminister hat entschieden, dass Kassen die s.g. Postexpositionsprophylaxen nach ungeschütztem Verkehr mit einer vermutete HIV positiven Person bezahlen sollen. Wir reden hier über z.Zt. 1.500€. eine gute Entscheidung, eine HIV Behandlung ist weiterhin nicht heilbar, eine lebenslange Therapie notwendig, extrem teuer, nebenwirkungsreich und kann für die betroffenen Personen auch noch mit diversen anderen sozialen Nachteilen verbunden sein.

Ketzerische Frage? Warum gibt es Kondome, die Pille oder ähnliche Verhütungsmittel nicht auch auf Kasse?

Warum bekommen Schwangere, oder solche die es werden wollen, nicht auch Folsäure auf Kasse? Immerhin senkt die regelmäßige Einnahme vor der Empfängnis das Risiko auf einen offenen Rücken oder eine Spaltbildung im Gesicht, im Volksmund „Hasenscharte“ um 90%. Für die betroffenen Eltern und Kinder sind diese Erkrankung nich unbedingt lebensbedrohlich, aber in einigen Fällen lebenslang behandlungsbedürftig, teuer und sozial auch manchmal von Nachteil.

Pränatale Chromosomentest des Ungeborenen (NIPT)

Bevor eine Leistung von den Kassen bezahlt wird, wird diese von einem Insitut (IQWIG) auf Ihre „Sinnhaftigkeit“ geprüft. Ist dieses gescchehen (was auch mit Medikamenten so passiert), dann kann der G-BA, der Gemeinsame Bundesausschuß, entscheiden, ob dieses auch von den Kassen bezahlt wird. Dieser Ausschuß ist paritätisch besetzt, mit der Stimme des Patientenvertreters als „Zünglein an der Waage“.

Jetzt hat dieser Ausschuß zu entscheiden, ob die pränatale Chromosomentestung (NIPT) auf Trisomie 21 aus dem Blut der Mutter zur Kassenleistung wird.

Natürlich sind die NIPT bezüglich des Nachweises von Trisomie 21 hervorragend, das war es aber schon. Die Diagnose Tri21 macht innerhalb aller möglichen Fehlbildungen eines Ungeborenen nur ca. 5% aus, 95% aller Diagnosen sind nicht Tri21!
Schon heute verlangen Paare einen NIPT, ohne dass diese überhaupt die Grenzen dieser Tests kennen.
Wenn jetzt – hoffentlich nicht – diese Test unrefelktierte, generelle Kassenleistung würden, dann haben wir jede Menge Erklärungsbedarf bei einem später kranken Kind i.Sinne von „der Test war doch unauffällig“