Nichts Neues, aber trotzdem extrem wichtig

Der Verlauf und damit auch der Ausgang einer Schwangerschaft hat einen direkten Zusammmenhang mit dem Ausgangsgewicht. Verschämt nennt das der Spiegel „die Figur“ Diese Tatsache ist den meisten schon bekannt oder wird vermutet. In einer großen Studie mit über 190.000 Frauen wurde dieses nun erstmals schön in Zahlen „gegossen“ Der Artikel ist lesenswert, wenn auch  eine Schlussfolgerung, nämlich die aufgezählten Risiken kritisch zu betrachten sind. Den Kaiserschnitt (Sectio caesarea) als Problem zu betrachten ist zumindest zu hinterfragen.

Polemik in der Geburtshilfe

Im Spiegel Online wurde kürzlich ein Artikel gelauncht, welche pure Angstmacherei darstellt. Es geht um die Versorgungssituation von Schwangeren oder deren Neugeborenen in der deutschen Versorgungslandschaft. Diese wird als so katastrophal beschrieben, dass der Aufenthalt in einer deutschen Klinik schon fast zu einem Risiko mutiert.

Was der Artikel dabei fein verschweigt, ist dass die Politik dabei kräftig mit Schuld hat! Die Politik möchte Versorgungszentren und ein Abbau in der Fläche, anders kann man die Förderung von Zentren nciht verstehen. Die Politik ermöglicht es erst, dass Sharholder-Value getriebene Konzerne Kliniken und Zentren aufkaufen oder betreiben, welche natürlich dem finanziellen Egebnis besonders verpflichtet sind. Kreiskliniken oder auch universitäre Kliniken werden zu Abfalleimern der Rosinenpickerei von von anderen Betreibern, was sich in den miesen Bilanzen dieser Einrichtungen niederschlägt. Die Klinik Helios Hamburg Harburg taugt auch nur sehr in Grenzen für diesen Artikel, in 2.5 Km Entfernung gibt es das AK Harburg, ein Klinikum der Maximalversorgung. Helios hatte das Maria Hilf vom Träger gekauft und baut jetzt wohl kräftig strukturell und personell um, was nicht jedem gefallen kann. Die Patienten sind aber in Laufdistanz versorgt.

Gegensätzlich aber auch das Verhalten von Kreistagen und Landräten, welche unbedingt ihre schnuckeligen Kleinkliniken erhalten wollen, damit der Kreis etwas vorzuweisen hat. Für die Versorgung sind diese vielfach nicht notwendig, die nächst größere Klinik häufig in kurzer Distanz verfügbar.

Für mich ein absolut tendenziöser Artikel, nur der Zweck ist für mich nicht erklärbar, die reine Information kann es bei der lückenhaften Darstellung nicht gewesen sein.

Test auf Down-Syndrom wird Kassenleistung?

Seit 2013 gibt es die Möglichkeit, dass per Blutanalyse aus dem mütterlichen Blut, ohne Gefährdung des werdenden Kindes Chromosomenveränderungen bestimmt werden können. Dieses nennt man NIPT oder auch Nichtinvasive Pränataltests. Bei der Analyse des Chromosoms 21 kommen die Tests immerhin auf eine Sensitivität (die richtig-richtig Rate) von über 99%. Bei anderen Chromosomen sind die Tests bei weitem nicht so gut, zudem gibt es eine Ausfallquote der Tests von 2-3%. Letzteres bedeutet, dass in 2-3% die Probe nicht analysierbar ist und KEIN Ergebnis mitgeteilt wird.

Pränataltests und die Geschlechtsdiagnose

Einige Patientinnen lassen im Rahmen der Schwwangerschaft einen vorgeburtlichen Test auf genetische Erkrankungen in nichtinvasiver Form (Blutentnahme bei der Mutter) durchführen, s.g. NIPT. Ein „Abfallprodukt dieser Test ist die Bestimmung des Geschlechtes. Der Test kann in den meisten Fällen problemlos ab der 11. Woche durchgeführt werden, das Ergebnis liegt häufig 4-5 Tage später vor. Daher werden wir auch gerne nach dem Geschlecht des Kindes gefragt, in der Annahme, wir würden dieses bereits durch den Test wissen, aber den Schwangeren Frauen „verheimlichen“ weil wir es vor der 14+0 Woche nicht bekannt geben dürfen.

Dem ist so nicht, das GenDG gilt für alle Beteiligten dieser Analyse, auch für die Firmen, welche den NIPT durchführen und das Ergebnis liefern. In den Ergebnisblättern steht daher bis zum 14+0 Tag lediglich ein Datum, an dem die Praxen dann erneut ein Fax oder einen Brief bekommen, in welchem das Geschlecht offen gelegt wird.

Nachbohren hilft also nicht……..

Schwangere können vielleicht aufatmen?

Das Bundesministerium für Gesundheit plant die Erstellung einer Website, über der Schwangere eine Hebamme finden können. Klingt doch wirklich gut. Ich sehe nur darin eine gewisse „Augenwischerei“. Es gibt bereits jetzt eine Seite des Hebammenverbandes, über welche Frau eine Hebamme finden könnte. Die Crux auch bei dieser Seite ist zum einen die Pflege der Daten, welche nicht gut ist (es sind nicht alle Hebammen im Verband oder nicht mehr tätige Hebammen sind noch in der Liste oder Angebote sind nicht gelistet oder noch gelistet…….), zum anderen löst diese Seite nicht die grundsätzlichen Probleme.

Diese sind die Menge an verfügbaren Hebammen und damit auch die räumliche Verfügbarkeit. Der Charme einer Nachsorge durch eine Hebamme besteht ja unter anderem darin, dass diese im heimischen Umfeld erfolgen kann. Im Umkehrschluss fahren aber daher diese Hebammen auch nicht X Kilometer zu Ihren Frauen. Wenn alsoi wohnortnah keine Termine oder sogar keine Hebamme verfügbar ist, dann ist das Problem durch eine Webseite nicht gelöst…..

Impfen, Impfgegner, Argumente

Momentan gibt es einige Meldungen zum Thema Kinderkrankheiten, Impfen und Impfgegner. Erstaunlich, denn die Sachlage ist seit Jahren dieselbe. Es gibt Menschen, welche Impfungen als schädlich ablehnen, andere lassen sich mit Impfungen versehen, welche ggf. nicht so wahnsinnig sinnvoll sind.

Vielleicht hat die Presse aufgehorcht, dass in Europa in den ersten sechs Monaten 2018 über 41.000 Menschen an Masern erkrankt sind. Über 70 sollen daran gestorben sein, die Meisten waren nicht geimpft. Leider ist es auch noch so, dass Erwachsene bei einem Infekt mit einer typischen „Kinderkrankheit“ heftiger reagieren, als die Kinder.

Einen guten Überblick über die Gemengelage zum Thema Impfen findet sich in der Zeit Online.

Haftpflicht macht den freiberuflichen Hebammen und den geburtshilflich tätigen Ärzten den Garaus

Sicher schon gelesen, die Prämien für Hebammen, welche in der Geburtshilde tätig sind steigen schon wieder. Dieses betrifft immerhin über 2.600 Hebammen bundesweit. seit dem 1.7.2018 zahlen diese Hebammen 8.174€, wobei ca. 50% durch die Krankenkassen übernommen werden. Zum 1.7.2019 und 1.7.2020 werden diese Prämien jeweils erneut nach oben angepasst.

Bei der sehr schönen Pressedarstellung geht völlig unter, dass bundesweit gerade im nichtstädtischen Bereich Ärzte gibt welche die komplette Geburtshilde abdecken – s.g. Belegärzte. Für dies steigt der Beitrag ebenfalls kontinuierlich, mittlerweile sind es bei Neuverträgen über 60.000€!! Leider beteiligen sich die Kassen hier nicht an den Kosten. Wir werden also in Zukunft eine weitere Ausdünnung der Entbindungsmöglichkeiten erleben, weil mehr und mehr Hebammen und Beleger den Job aufgeben. Es lohnt sich nicht, oder andersherum – es kostet nur noch!