Kennen Sie schon die Zuckersteuer?

Der Durchschnitt der Deutschen wird leider immer über gewichtige. Das ist kein Vorteil, sondern leider eine Tatsache. Jetzt hat eine Gesundheitspolitische Sprecherin der SPD dafür den Stein der Weisen gefunden. Die Zuckersteuer!

Prinzipiell ist ja nichts dagegen zu sagen, es drängt sich nur leider der Verdacht auf, dass diese Steuer rein dazu dient Defizite in anderen Bereichen auszugleichen und mehr Geld einzunehmen.

Wie wäre es, wenn man Lebensmittel mit deutlich weniger Zucker herstellen würde und damit den Konsum von Zucker verringern würde? Eine Steuer bedingt nur, dass Lebensmittel teurer würden.

Zecken, eine Gefahr auch in Hessen?

Das Zecken eine Erkrankung übertragen, die sich FSME nennt, ist wahrscheinlich den meisten von uns bekannt. Natürlich können diese auch noch eine Borreliose übertragen, auch das wird den meisten bekannt sein. Gegen letzte Erkrankung können Sie nichts machen, außer im Erkrankungsfall, wenn dieser dann festgestellt wird, ein Antibiotikum über einen relativ langen Zeitraum einnehmen.

Gegen FSME kann man sich hervorragend schützen, drei Impfungen innerhalb von einem halben Jahr reichen aus für die nächsten drei Jahre Minimum. Nach zwei Impfungen hat man bereits einen Impfschutz, die dritte Impfung dient der Langzeitimmunität.

Das RKI hat dazu ein Update geliefert, welche Landkreise in Deutschland Zecken beziehungsweise FSME gefährdet sind.

Warum sind aber nur so wenige von uns gegen FSME geimpft? Fragen Sie uns in der Praxis, sprechen Sie uns an. Wir impfen sie gerne, damit können Sie geschützt durch die Wiesen und Wälder flanieren.

Das Sommerloch in der Presse nähert sich

Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man den neuesten Artikel in Spiegel online über die so genannten Selbstzahlerleistungen in den Arztpraxen liest. Interessant wird dieser Artikel allerdings diesmal besonders, wenn man in dem Forum darunter die Meinungen von vielen Foristen dazu liest. Fast einmütig wüten diese gegen die Krankenkassen, welche die Selbstzahlerleistung ja generell verteufeln. Für ein Forum in Spiegel online recht erstaunlich.

Wie mies diese Artikel recherchiert wurde, kann man allerdings auch durch perfektes Weglassen von Einzelheiten erkennen. Erstens stimmt der Teilsatz über den Berufsverband der Augenärzte so nicht, dieses wird im Forum weiter unten auch erwähnt. Zweitens sind es die Kassen selbst, die trotz besseren Wissens in der Nachbetreuung von Brustkrebspatientinnen einen Ultraschall der Brust fordern, weil dieser ja zwingend notwendig sei. Das steht so in keiner Leitlinie. In Hessen zumindest wird dieser jedoch noch nicht einmal bezahlt, auch wenn viele Ärzte ihn innerhalb der ersten fünf Jahre in der Nachuntersuchung durchführen oder durchführen lassen. Falls die Kassen gerne mal mit einer Frau sprechen möchten, bei der bei uns im Ultraschall ein bösartiger Befund entdeckt wurde, welcher jedoch nicht in der Mammographie darstellbar, damit also ein Leben gerettet wurde, wir stellen gerne den Kontakt her. Gleiches gilt für die Aussage der Kassen bei übergewichtigen Patienten, bei denen sie eine Durchführung eines vaginalen Ultraschallalles fordern, weil ansonsten ja keine adäquate Aussage über den Zustand von Gebärmutter Eileiter oder Eierstöcken zu treffen sei.

Was denn nun, einmal völliger Unsinn, zum zweiten aber unbedingt notwendig?

Brustkrebsscreening

Jede Frau kann ein Lied davon singen, das Thema Mammographie und Brustkrebsscreening. Dieses Screening ist seit 2007 in Deutschland etabliert und umstritten wie kaum eine andere Screeninguntersuchung.

Wie auch auf unserer Website schon mehrfach berichtet, sind die Gründe dafür sehr sehr differenziert.

Zum einen haben wir natürlich alle intuitiv Angst vor einer Bestrahlung. Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung, findet alle zwei Jahre statt, im Laufe von 20 Jahren also zehnmal. Damit erhöht sich das Brustkrebsrisiko alleine durch diese Bestrahlung ein wenig. Die wenigsten Frauen denken allerdings bei ihrem Urlaubsflug nach Mallorca, Menorca, auf die Kanaren, nach Dubai oder nach Übersee an die Bestrahlung. Die Bestrahlung während eines Achtstundenfluges ist jedenfalls deutlich höher als die einer einmaligen Mammographie alle zwei Jahre.

Deutsche Daten weisen darauf hin, dass auch das zweite Thema, der Überdiagnose, wohl offensichtlich nicht ganz so häufig auftritt wie befürchtet. Ob dieses nun ein deutsches Phänomen ist, weil die Daten einfach noch zu gering sind, bleibt dahingestellt.

Interessant ist auf jeden Fall, dass die aufgedeckten Brustkrebsfälle, in 50 % der Fälle einen besonders aggressiven Tumor aufwiesen. Wir nennen das G3. Quelle

Interessanterweise, das Hauptthema für unsere Patienten, nämlich die Schmerzen beim „Quetschen der Brust“, ist natürlich in dieser Studie kein Thema. Für die Frauen jedoch ist es offensichtlich eine der häufigsten Gründe, der Mammographie fern zu bleiben.

Ist damit die Ultraschalluntersuchung der Brust eine nennenswerte Alternative? Ja und nein. Ja, nicht als Alternative aber als hervorragend ergänzende Untersuchung. Im Ultraschall werden durchaus Befunde entdeckt, die nicht in der Mammographie sichtbar sind. Nein, in der Mammographie werden Befunde entdeckt, die im Ultraschall nicht sichtbar sind. Idealerweise wäre es also günstig beide Untersuchungen durchzuführen.

Das Wunder im Bett wird 20

Die kleine blaue Pille, Viagra, jedem wahrscheinlich bekannt. Sie feiert jetzt ihren 20. Geburtstag. Entwickelt für einen völlig anderen Zweck, entwickelte Sie durch die doch erfreuliche Nebenwirkung eine Eigendynamik die dem Hersteller Pfizer zu Milliardenumsätzen verhalfen. Hier ein ausführlicher Artikel zu dem Geburtstagskind in der Ärztezeitung:

Gesundheitsminister Spahn der Träumer?

Spiegel online berichtet in einem Artikel darüber, dass Gesundheitsminister Spahn neue Pflegestellen in den Krankenhäusern schaffen und auch von den Krankenkassen bezahlen lassen möchte. Ich bin mir nicht sicher, ob der Gesundheitsminister genau weiß, wie das Personal in den Krankenhäusern bezahlt wird. Ansonsten ist es kaum vorstellbar, dass er eine solche Äußerung macht. Das Personal wird nicht direkt durch die Kassen bezahlt, sondern durch den Arbeitgeber, sei’s kommunale oder private. Vielleicht sollte der Gesundheitsminister überdenken, dass die Krankenhäuser einen Versorgungsauftrag haben und nicht zu reinen Wirtschafts Unternehmen mutieren sollten (was leider vielfach bereits erfolgt ist). Wenn diese Änderung zu einem Versorger wieder durchgeführt würde, hätten auch die Patienten und das Personal etwas davon.

Ungewollte Schwangerschaften

Im Zeitalter der Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln, zumindest in den entwickelten Ländern schockiert ein Artikel im Lancet, welcher von 44% ungewolten Schwangerschaften spricht.  Natürlich ist diese Zahl gemittelt über alle Regionen, welche untersucht wurden, jedoch ist sie auch in Europa enorm hoch.

Neben der fehlenden Verhütung ist auch das Versagen einer Verhütung ein Grund, Pille vergessen, Gummi gerissen oder Medikamente zusätzlich eingenommen, welche die Wirksamkeit herab setzen.

Dabei gäbe es doch in Form einer Spirale mit oder ohne einem Hormon eine Langzeitverhütung! Asien macht es vor, dort verhüten über 40% aller Frauen so.