Behandlung am PC?

Die Bundesärztekammer überlegt, das sogenannte Fernbehandlungsverbot zu lockern oder gar völlig zu kippen. Es soll ggf. in der nahen Zukunft möglich sein, dass Ärzte ihre Patienten (auch neue und unbekannte Patienten) im Videochat behandeln könnten. Dieses müsste für den Einzelfall festgelegt werden, damit klar ist, bei welchen Erkrankungen dieses möglich ist. Als Gynäkologe ist diese Form in den meisten Fällen völlig unsinnig, wie sich Frau sicher vorstellen kann. Bei unkomplizierten Erkrankungen wie,  z.B. eine Blasenentzündung oder eine Erkältung sicher denkbar.

Was mich bei dem Hype um die Telemedizin irritiert, ist die Tatsache, dass alle Befürworter in Bausch und Bogen annehmen, dass die Ärzte für diese zusätzlichen Sprechstunden (nichts anderes ist dieses) zeitlich kein Problem haben. Mit anderen Worten: Notfallmäßig einen Patienten mit dem Verdacht auf eine Blasenentzündung zu sehen, dafür hat der Doktor keine Zeit, aber für einen kleinen Plausch am PC schon? Ich glaube eher, dass dann für diese Sprechstunde die allgemeine Präsenzsprechstunde gekürzt werden wird, denn noch mehr arbeiten, wollen die meisten wohl kaum.

Was mich zusätzlich irritiert, dass wohl eine Deckelung der maximalen Anzahl von Videosprechstunden eingeführt werden soll. Bedeutet, die Kassenärzte dürfen nur eine gewisse Anzahl von Sprechzeiten Online sein und abrechnen. Würde mich dann ja interessieren, wieviel eine Praxis an einen Dienstleister zahlen darf, damit dieser die entsprechende Verschlüsselung inklusive Datenleitung bereitstellt. Wird wahrscheinlich ein Minusgeschäft.

Wie ein mies recherchierter Artikel Schwangere kirre machen kann

Spiegel Online bringt einen Artikel, in dem die WHO sich über die Unsitte der „Geburtsbeschleunigung“ beklagt und unter anderem 56 Empfehlungen gibt, für ein „Good medical practice“ unter der Geburt.

Was mich aufregt, ist der unreflektierte Stil, in dem der Artikel geschrieben wird.

Mit keinem Wort wird erwähnt, dass der größte Teil der kritisierten Handlungen in den meisten deutschen Kliniken schon länger nicht angewendet wird. So ein kleiner Satz würde durchaus zu einer Entspannung der Situation beitragen, so hat jede Schwangere in Deutschland genau diesen Unsinn eventuell beim Gang in die Klinik im Hinterkopf!

Um Beispiele zu nennen, welche von der WHO erwähnt werden, in Deutschland mit hoher Sicherheit keine oder sehr selten Anwendung finden oder juristisch als Empfehlung höchst fragwürdig sind:

  • Klinische Pelvimetrie vor Geburt, bedeutet Ausmessung des Beckens/Geburtskanals vor Geburt,
  • Intimrasur (sehr witzig, in den Großstädten sind 90% der Frauen bereits rasiert),
  • Einläufe als Routine vor Entbindung,
  • CTG bei Aufnahme oder unter der Geburt (freut den Juristen, wenn es um eine Beurteilung eines Geburtsschadens geht, wenn dann kein CTG vorhanden war…),
  • Routinemäßige vaginale Desinfektion??
  • Routinemäßige aktive Eröffnung der Fruchtblase (in Hessen 2016 bei 4,2% aller Entbindenden)
  • Routinemäßige Gabe von Spasmolytika (Entkrampfungsmittel) zur Geburtsförderung,
  • Routinemäßige Dammschnitte, (In Hessen 2016 bei 19.6% aller Entbindenden)
  • Routinemäßig Druck von oben auf die Gebärmutter (um das Pressen zu unterstützen),
  • Routinemäßige Gabe von Antibiotika unter der Geburt, mit oder ohne Dammschnitt.

Falls sich nun ein interessiertes Paar diese Guidelines angeschaut hätte wäre es  durch den verallgemeinernden Ton des Spiegel Online sicher verunsichert, weil dieser explizit nicht zu der Situation in Deutschland Stellung bezieht. Das ist für mich einfach schlechter Journalismus.

Kinderwunsch in Frankfurt

Nicht bei allen Paaren klappt es auf natürliche Weise und flott mit dem Kinderwunsch. Diesen kommt Unterstützung durch entsprechende Zentren zuteil.

In Frankfurt/Offenbach sind die Paare relativ gut bedient, was die Auswahl angeht, es gibt mehrere Zentren zur Auswahl. Hier eine Liste der Zentren, ohne weitere Städte in der Umgebung zur berücksichtigen:

https://vivaneo-ivf.com/de/kinderwunschzentrum-frankfurt/

https://www.repromedicum.de/

http://offenbach-kinderwunsch.de/

https://www.kgu.de/kliniken-institute-zentren/einrichtungen-des-klinikums/kliniken/klinik-fuer-frauenheilkunde-und-geburtshilfe/frauenheilkunde-und-geburtshilfe/frauenheilkunde-gynaekologie/team-gynaekologie/pd-dr-med-nicole-saenger.html

https://www.kinderwunschzentrum-frankfurt.de/team/kissler-cv