Der Brexit und Folgen für Medikamente

Für uns Durchschnittsmenschen in Deutschland ist die Wahrnehmung des Brexit eher mit etwas Lästigem verbunden und läuft bei den Meisten nicht gerade auf der Aufmerksamkeitsskala ganz oben. Das kann sich schnell ändern. Die Europäische Arzneimittelbehörde warnt mittlerweile vor den Folgen für „Verbraucher“ von Medikamenten, weil Firmen bei der Umsetzung der Folgen des Brexit z.T. weit hinterher hinken. Knapp 700 Wirkstoffe oder Medikamente haben ihren Ursprung in England oder die Firmen haben dort ihren Hauptsitz. Diese müssen, da Medikamente mit dem Brexit ihre Zulassung in der EU verlieren, entsprechende Zulassunganträge anderweitig stellen. Bei 108 Wirkstoffen gäbe es lt. EMA ernsthafte Bedenken, dass dieses fristgerecht erfolgen wird.

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Sie glauben nicht, dass es Sie treffen könnte? Mit dem Entzug von 70% aller Valsartane (einem Blutdruckmittel) aufgrund von Verunreinigungen beim Produzenten in China ist auch hier Hektik eingetreten!

Schwangerschaft und Demenz

Den Begriff Schwangerschaftsdemenz kennen viele, dass aber Schwangerschaften vor Demenz schützen können, wohl kaum. Auf einer internationalen Veranstaltung über Demenz hat eine Forschergruppe, basierend auf Daten eines Versicherers, Ergebnisse vorgestellt, nach denen sowohl die Zahl der Schwangerschaften, als auch  der Beginn und das Ende der Menstruation (das s.g. fertile Fenster) einen deutlichen Einfluß auf die Wahrscheinlichkeit an einer Demenz zu erkranken haben. Z.b. haben Frauen mit drei oder mehr Schwangerschaften (ohne Fehlgeburten) ein um 28% geringeres Risiko an Demenz zu erkranken als Frauen, welche nicht schwanger waren.

Natürlich handelt es sich bei diesen Daten nur um eine retrospektive Analyse, Verhaltensweisen kann man dadurch für die Zukunft ncht ableiten. Wer will schon Paaren mindestens drei Entbindungen „aufzwingen“, damit das Risiko einer Demenz verringert wird. Gleiches gilt für die Phase der Menstruation. Wir haben es nicht in der Hand (wäre auch unsinnig), den Eintritt zu beschleunigen oder zu verlängern.

Für weitere Forschungen sind diese Ergebnisse jedoch interessant, da neben dem Faktor Östrogen auch immunologische Faktoren aus den Schwangerschaften eine Rolle zu spielen scheinen. Für die Zukunft also ein spannendes Forschungsgebiet.

 

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Hausarztmangel ist kein deutsches Problem

Wir sind gerade in der nördlichen Bretagne im Urlaub.

Bei der Durchfahrt durch ein kleines, nettes Örtchen namens Matignon fällt am Ortseingang sofort ein Riesenplakat auf, mit dem dringend zwei Hausärzte gesucht werden. Praxisräume wären vorhanden.

Im dazugehörigen Artikel einer regionalen Zeitung liest man dann, dass demnächst keine Hausarzt mehr in der Stadt arbeiten wird. Der Vermieter der vorherigen Ferienwohnung war Zahnarzt, auch er hatte Schwierigkeiten, für die Praxis eine Neubesetzung zu bekommen, seine Tätigkeit üben jetzt drei Personen aus.

Von Fachärzten reden die Bewohner garnicht, die gibt es bereits seit Längerem nur in Grossstädten.

Die Gesundheitswelt erscheint auch in Frankreich ins Wanken zu geraten.

Mal wieder unser Gesundheitsminister

Vor Monaten meinte unser Gesundheitsminister, die Pflege müsste verbessert werden, die Stellenanzahl müsste erhöht werden, die Bezahlung der Pflege müsste verbessert werden, dafür sollten die Krankenhäuser und Heime mehr Geld zur Verfügung gestellt bekommen. Von einer Verbesserung der Arbeitssituation scheint jetzt keine Rede mehr zu sein, denn Spahn möchte jetzt Pflegekräfte aus dem Ausland vermehrt anwerben.

Was soll das jetzt werden? Keine Verbesserung der Situation, aber „billigere Arbeitskräfte“ mit vollständiger Ausbildung aus dem Ausland anwerben?

Eine ähnliche Situation haben die Schweiz und England schon seit Jahren. Dort allerdings sind die Arbeitsbedingungen für ausländische Kräfte so gut, dass diese freiwillig in diese Länder gehen, weil in den Ursprungsländern die Arbeitsbedingungen so schlecht sind. Zu den Ursprungsländern gehört übrigens auch in erheblichem Maße Deutschland!

Schwangerschaftsabbruchrate steigt

Leider ist im ersten Quartal 2018 die Schwangerschaftsabbruchrate gestiegen. Natürlich werden keine Gründe genannt, dafür ist auch das Statistische Bundesamt nicht zuständig. Trotzdem finde ich es erstaunlich, speziell unter dem Aspekt, dass die „Pille danach“ seit einiger Zeit frei verfügbar ist, damit also eher die Rate an Abbrüchen sinken sollte? Was also steckt dahinter, dass bei freiem und schnellerem Zugang zu diesem Medikament (war damals die Begründung der Befürworter für die Freigabe), entgegen den Erwartungen die Rate steigt?

Weniger Hausärzte, weniger Hausbesuche

Nicht nur, dass es zunehmend an Ärzten, speziell an Hausärzten fehlt, jetzt kommt auch noch die Keule der Regresse für Hausärzte, wenn diese mehr Hausbesuche machen, als der Durchschnitt. Ein Arzt, welche auf dem Land arbeitet, hat deutlich mehr Hausbesuche zu absolvieren, wenn er Pech hat, als in einer Stadt. Das führt dazu, dass dieser bei der Abrechnung „auffällig“ wird. Wer sich dann des Spaßes erfreut, eventuell tausende von Euro „Strafe“ zahlen zu dürfen, wird daher weitere Besuche einschränken oder vermeiden.

Welche Idiotie…..

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Bestimmung der Schwangerschaftsalters durch eine Blutuntersuchung

Ein internationales Forscherteam aus Stanford und Dänemark hat jetzt eine Untersuchung veröffentlicht, bei der sie nachweisen konnten, das eine Bestimmung von neun unterschiedlichen Genen im Blut einer Schwangeren zu einer sicheren Diagnose der Schwangerschaft und Bestimmung des Schwangerschaftsalters führen kann.

Das Schwangerschaftsalter wird auf 14 Tage genau mit einer Wahrscheinlichkeit von 45 % bestimmt.

Fragen wir uns, für wen dieses besonders nützlich sein soll?

Zumindest in Deutschland hat bis dahin die Schwangere schon gegebenenfalls einen weiteren Ultraschall, mit diesem Ultraschall und der Angabe der letzten Periode und dem ersten Ultraschall sind wir häufig bei weit über 90 % Sicherheit bezüglich des Schwangerschaftalters und des voraussichtlichen Entbindungstermins.

Zu dem möchte ich als Schwangere mit Sicherheit nicht auf das Erlebnis verzichten, welches ich bei dem erstmalig sichtbaren Herzschlag von dem zukünftigen Erdenbürger habe. Da kann das Labor machen was es will.