Neues aus der Frauenheilkunde und Sozialpolitik

Liebe Patienntinnen, liebe Leserinnen und Leser, in der ersten Jahreshälfte 2026 gab es mehrere fachliche Neuerungen, die für die gynäkologische Versorgung von Bedeutung sind. Wir möchten Sie an dieser Stelle über die wichtigsten Entwicklungen informieren – verständlich aufbereitet und mit Blick darauf, was sich für Sie als Patientin konkret ändert oder relevant werden könnte.

 

1. HPV-Impfung: Aktualisierte Empfehlungen und neue Aufklärungsinitiative

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Impfempfehlungen für 2026 in mehreren Punkten überarbeitet. Für die HPV-Impfung selbst bleibt es bei der bewährten Empfehlung: Mädchen und Jungen sollten im Alter von 9 bis 14 Jahren geimpft werden, wobei zwei Impfdosen im Abstand von mindestens fünf Monaten ausreichen. Wird die Impfung erst ab 15 Jahren begonnen, sind drei Dosen notwendig. Ein Nachholen ist bis zum 18. Geburtstag möglich und sinnvoll.

Hintergrund dieser Empfehlung ist die nach wie vor unbefriedigende Impfquote: Nur etwa 55 % der 15-jährigen Mädchen und 36 % der gleichaltrigen Jungen sind in Deutschland vollständig geimpft. Da HPV-Infektionen jährlich rund 10.000 Krebserkrankungen verursachen – etwa 7.000 davon bei Frauen, vor allem Gebärmutterhalskrebs –, ist eine frühzeitige Impfung der wirksamste Schutz, idealerweise vor dem ersten sexuellen Kontakt.

Neu ist, dass das Paul-Ehrlich-Institut zusammen mit der Nationalen Lenkungsgruppe Impfen ein bundesweites Konzept zur besseren Aufklärung vorgelegt hat; ein eigenes „HPV-Impfjahr” ist für 2028 in Planung. Wir nutzen diese Entwicklung, um Eltern und junge Patientinnen in unserer Praxis weiterhin aktiv und gezielt zur HPV-Impfung zu beraten.

2. Brustkrebs: Überarbeitete S3-Leitlinie mit Fokus auf individuellere Therapie

Im Januar 2026 wurde die zentrale medizinische Leitlinie zur Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms (Brustkrebs) grundlegend aktualisiert. Sie wurde unter Beteiligung zahlreicher Fachgesellschaften neu strukturiert und umfasst nun 27 Themenbereiche.

Für Sie als Patientin bedeutet das vor allem: Behandlungen werden künftig noch gezielter auf das individuelle Krankheitsbild abgestimmt. Anhand bestimmter Tumormerkmale lässt sich heute genauer bestimmen, welche Medikamente im jeweiligen Fall am wirksamsten sind. Gleichzeitig setzt die neue Leitlinie verstärkt auf schonendere Operationsverfahren, um unnötige Eingriffe zu vermeiden. Erstmals wurden außerdem Empfehlungen zu bislang weniger beachteten Themen aufgenommen, etwa zur Brustrekonstruktion nach einer Operation und zu seltenen Tumorformen.

Brustkrebs bleibt mit etwa 74.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Dank Früherkennung und verbesserter Behandlungsmöglichkeiten haben die meisten Patientinnen heute eine gute Prognose. Die Brustkrebs-Vorsorge bleibt daher ein zentraler Bestandteil unseres Angebots.

3. Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft: Klarere Behandlungsempfehlungen

Übelkeit und Erbrechen gehören zu den häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft und betreffen in Deutschland jährlich bis zu 600.000 Frauen. Auf dem diesjährigen Fortbildungskongress der Frauenärztinnen und Frauenärzte wurde ein neuer Expertenkonsens vorgestellt, der die Behandlung dieser Beschwerden klarer regelt.

Bei leichten Beschwerden empfehlen sich weiterhin einfache Maßnahmen wie kleinere, häufigere Mahlzeiten, das Vermeiden auslösender Gerüche sowie Ingwerpräparate. Reichen diese nicht aus, gilt die Wirkstoffkombination aus Doxylamin und Pyridoxin (Vitamin B6) als Mittel der ersten Wahl – sie erhielt im Expertengremium eine einstimmige Zustimmung. Diese Kombination ist seit Jahrzehnten erprobt, in Deutschland seit 2019 für diese Indikation zugelassen und zeigt auch über lange Anwendungszeiträume keine erhöhten Risiken für das ungeborene Kind.

Wichtig zu wissen: Eine frühzeitige Behandlung kann verhindern, dass sich die Beschwerden zu einer sogenannten Hyperemesis gravidarum verstärken, einer ausgeprägten Form mit erheblichem Flüssigkeits- und Gewichtsverlust. Sprechen Sie uns daher gerne frühzeitig an, wenn Sie unter starker Übelkeit in der Schwangerschaft leiden – eine Behandlung muss nicht erst bei schweren Symptomen beginnen.

4. Bluthochdruck in der Schwangerschaft: Engere Kontrollen, längere Nachsorge

Ein weiterer Schwerpunkt der diesjährigen Fachtagungen war der Umgang mit hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen, insbesondere der Präeklampsie. Neue Studiendaten zeigen, dass schon Blutdruckwerte ab 140/90 mmHg als behandlungsbedürftig gelten und eine engere Kontrolle mit Zielwerten um etwa 135/85 mmHg das Risiko für eine schwere Verlaufsform deutlich senken kann.

Besonders betont wurde zudem die Bedeutung der Zeit nach der Geburt. Frauen, die während der Schwangerschaft einen erhöhten Blutdruck hatten, tragen auch danach ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine strukturierte Nachsorge über die ersten Wochen nach der Geburt hinaus wird daher künftig als selbstverständlicher Bestandteil der Betreuung verstanden – ebenso wie die Empfehlung, auf einen gesunden Lebensstil zu achten, um das langfristige Risiko zu senken.

Wir werden diesen Aspekt in der Schwangerenvorsorge und in der Nachsorge nach der Geburt entsprechend berücksichtigen, insbesondere wenn während der Schwangerschaft erhöhte Blutdruckwerte aufgetreten sind.

5. Strukturelle Entwicklungen in unserer Praxis

Über die fachlichen Neuerungen hinaus möchten wir Sie auch über organisatorische Punkte informieren, die unsere Praxis im laufenden Jahr betreffen:

• Die berufspolitischen Verbände weisen aktuell auf einen wachsenden Fachkräftemangel in der Frauenheilkunde sowie auf zunehmende bürokratische Anforderungen hin. Wir setzen uns dafür ein, dass dies möglichst wenig zu Lasten der persönlichen Betreuungszeit unserer Patientinnen geht, und passen unsere internen Abläufe entsprechend an.

• Sollte es im Laufe des Jahres zu Änderungen unserer Öffnungszeiten, unseres Praxisteams oder unseres Leistungsangebots kommen, informieren wir Sie selbstverständlich gesondert und rechtzeitig an dieser Stelle sowie durch Aushänge in der Praxis.

• Digitale Angebote und Dokumentationsprozesse werden im Hintergrund kontinuierlich weiterentwickelt, mit dem Ziel, Wartezeiten zu verkürzen und mehr Zeit für das persönliche Gespräch zu schaffen.

 

Wir hoffen, Ihnen mit dieser Übersicht einen verständlichen Einblick in die aktuellen Entwicklungen der Frauenheilkunde gegeben zu haben. Bei Fragen zu einzelnen Themen – etwa zur HPV-Impfung für Ihr Kind, zur Brustkrebsvorsorge oder zur Betreuung in der Schwangerschaft – sprechen Sie uns gerne jederzeit in einem persönlichen Termin an.

Ihr Praxisteam

Vor- und Nachteile des Brustultraschalls

Der Brustultraschall ist eine nicht-invasive Untersuchungsmethode, bei der Schallwellen verwendet werden, um Bilder der inneren Strukturen der Brust zu erzeugen. Während der Untersuchung wird ein Ultraschallgel auf die Brust aufgetragen, um einen guten Kontakt zwischen der Haut und dem Ultraschallkopf herzustellen. Der Ultraschallkopf sendet Schallwellen aus, die von den Geweben in der Brust reflektiert werden und von einem Computer in Bilder umgewandelt werden.

Der Brustultraschall wird in der Regel als ergänzende Untersuchung zur Mammographie eingesetzt, um eine genauere Diagnose zu ermöglichen. Er kann auch bei Frauen mit dichtem Brustgewebe eingesetzt werden, bei denen die Mammographie möglicherweise weniger aussagekräftige Ergebnisse liefert. Der Brustultraschall ist schmerzfrei, nicht belastend und verursacht keine Strahlenbelastung. Allerdings hängt der Erfolg der Untersuchung von der Erfahrung und dem Können des untersuchenden Arztes ab, und es gibt derzeit keine einheitlichen Standards für die Durchführung und Interpretation des Brustultraschalls.

Vorteile des Brustultraschalls:

  1. Schmerzfrei: Der Brustultraschall ist eine nicht-invasive Untersuchungsmethode, die keine Schmerzen verursacht und nicht belastend ist.
  2. Keine Strahlenbelastung: Im Gegensatz zur Mammographie, die Röntgenstrahlen verwendet, um die Brust zu untersuchen, arbeitet der Brustultraschall mit Schallwellen und verursacht keine Strahlenbelastung.
  3. Früherkennung: Der Brustultraschall kann frühzeitig Veränderungen in der Brust erkennen, die bei der klinischen Untersuchung oder der Mammographie möglicherweise nicht sichtbar sind.
  4. Ergänzende Untersuchung: Der Brustultraschall kann als ergänzende Untersuchungsmethode zur Mammographie eingesetzt werden, um eine genauere Diagnose zu ermöglichen.

Nachteile des Brustultraschalls:

  1. Eingeschränkte Aussagekraft bei dichtem Brustgewebe: Bei Frauen mit dichtem Brustgewebe kann der Brustultraschall schwieriger zu interpretieren sein und weniger aussagekräftige Ergebnisse liefern, wobei dieses erst Recht auch für die Mammographie gilt.
  2. Abhängig vom Untersucher: Der Erfolg der Brustultraschalluntersuchung hängt von der Erfahrung und dem Können des untersuchenden Arztes ab.
  3. Keine einheitlichen Standards: Es gibt derzeit keine einheitlichen Standards für die Durchführung und Interpretation des Brustultraschalls, was zu unterschiedlichen Ergebnissen führen kann.
  4. Keine eindeutige Diagnose: Der Brustultraschall kann Veränderungen in der Brust aufzeigen, die jedoch nicht eindeutig diagnostiziert werden können und möglicherweise weitere Untersuchungen erfordern.

Vor- und Nachteile der Mammographie

Die Mammographie ist ein bildgebendes Verfahren, das zur Früherkennung von Brustkrebs eingesetzt wird. Es gibt Vor- und Nachteile, die bei der Entscheidung, ob eine Mammographie durchgeführt werden soll, berücksichtigt werden sollten.

Vorteile der Mammographie:

  1. Früherkennung: Die Mammographie ist eine effektive Methode zur Erkennung von Brustkrebs in einem frühen Stadium, wenn er noch klein ist und sich nicht ausgebreitet hat. Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
  2. Präzision: Die Mammographie kann sehr detaillierte Bilder der Brust liefern, was es Ärzten ermöglicht, kleine Veränderungen in der Brust zu erkennen, die auf Brustkrebs hindeuten können.
  3. Schmerzlos: Die Mammographie ist schmerzlos und in der Regel schnell und einfach durchzuführen.

Nachteile der Mammographie:

  1. Strahlenbelastung: Bei einer Mammographie wird eine geringe Menge an ionisierender Strahlung verwendet, die das Krebsrisiko leicht erhöhen kann. Diese Strahlendosis ist jedoch im Allgemeinen sehr gering und das Risiko für eine Strahlenschädigung ist sehr gering.
  2. Falsch-positive Ergebnisse: Es gibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit für falsch-positive Ergebnisse, bei denen die Mammographie ein Anzeichen für Brustkrebs zeigt, obwohl keiner vorhanden ist. Dies kann zu unnötigen biopsien und Ängsten führen.
  3. Falsch-negative Ergebnisse: Es gibt auch eine geringe Wahrscheinlichkeit für falsch-negative Ergebnisse, bei denen eine Mammographie keinen Hinweis auf Brustkrebs zeigt, obwohl einer vorhanden ist. In diesem Fall könnte die Diagnose verzögert werden.
  4. Unangenehm: Für einige Frauen kann die Mammographie unangenehm sein, da die Brust zwischen zwei Platten eingeklemmt wird.

Es ist wichtig, Vor- und Nachteile der Mammographie abzuwägen und eine Entscheidung zu treffen, die auf individuellen Faktoren wie Alter, Familienanamnese und persönlichen Präferenzen basiert. Es wird empfohlen, mit einem Arzt über die beste Option für jede einzelne Person zu sprechen.

Kassen zahlen!

Möglicherweise kommt es in den nächsten Monaten für Tausende von Frauen zu einer erleichternden Entscheidung! Seit Jahren existieren auf dem Markt Biomarker Tests, welche die Aktivität von Tumorgenen im Tumormaterial messen. Diese gehen auf unterschiedliche Art und Weise vor, einer der bekanntesten ist Onkotype DX. Wird dieser Test bei einer bestimmten Subgruppe von an Brustkrebs erkrankt Frauen eingesetzt, kann dieser dabei die Entscheidung unterstützen, ob eine Frau noch eine Chemotherapie benötigt, oder auf diese verzichtet werden kann. Dieses ist von erheblicher Bedeutung, da Chemotherapien bekanntermaßen erhebliche Nebenwirkungen haben können.

Natürlich wird dieser Test nicht bei allen an Brustkrebs erkrankten Frauen eingesetzt. Es gibt Gruppen bei dieser Erkrankung, bei denen von vornherein klar ist, das eine Chemotherapie unbedingt notwendig ist, oder unbedingt verzichtbar ist.

Im gemeinsamen Bundesausschuss (G – BA) wurde jetzt am 20.6.2019 der Beschluss gefasst, dass dieser Test unter bestimmten Voraussetzungen bei Frauen mit Brustkrebs eingesetzt werden soll und von den Kassen bezahlt werden soll.

Von welchen Kosten reden wir? Momentan kostet dieser Test circa 3.000 €!

Fürchterlich!

Im Februar diesen Jahres gab die BILD eine Jubelmeldung über den Test auf Brustkrebs der Universität Heidelberg ab. Wie mittlerweile bekannt, existiert weder der marktreife Test, noch irgendwelche Studien dazu, welche aussagekräftig sind.

Noch schlimmer, die bekannten Daten weisen darauf hin, dass der „Test“ bei 46% aller Frauen fälschlicherweise einen Brustkrebs diagnostiziert hätte!

Diese Daten müssen wohl existiert haben, wie das RWI in Essen darstellt.

Für die Frauen eine grauenhafte Vorstellung, mit fast 50% Wahrscheinlichkeit durch einen Test zu einer Kranken gestempelt zu werden.

Traurig für die Frauen

So wurde zunächst allen Frauen bei der Diagnostik auf Brustkrebs Hoffnung gemacht, dass über einen Bluttest die Diagnose gestellt oder ausgeschlossen werden könnte. Leider eine totale Ente! Damit müssen alle Frauen weiterhin zur Mammographie, zum Schall oder auch zur körperlichen Untersuchung. Diese Methoden sind nicht schlecht, sondern durchaus gut und etabliert. Die PR Mitteilung der Universität Heidelberg jedoch weckte die Hoffnung, dass man mittels eines einfachen Bluttestes darauf verzichten hätte können und das bei einer extrem hohen Genauigkeit.

Wie sich jetzt herausstellt, ist der Test weit von der Marktreife entfernt und hat noch nicht einmal entsprechende Studien hinter sich. Also ein Schnellschuss…..

Was hat die Verantwortlichen geritten, sich dermaßen ins Aus zu schiessen?