Vorsorge mal wieder neu 😀

Nachdem die Gynäkologen Anfang des Jahres von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gezwungen wurden, Patienteninnen nur einmal im Zeitjahr, maximal im entsprechenden Quartal des Vorjahres (also z.B. letzes Quartal 2020 erlaubt eine Vorsorge erst wieder im letzten Quartal 2021) zu einer Vorsorge zuzulassen ( vorher war es egal wann im Jahr jemand vorbei kam), wurde jetzt wieder zurück gerudert.

Völlig umsonst und überflüssig war daher die Aufklärungen der Patientin, dass diese zeitlich sehr engen Beschränkungen beschlossen wurden. Sie waren auch völlig schwachsinnig, dass hat jetzt wohl jemand tatsächlich eingesehen. Somit können Patientinnen wieder frei entscheiden, wann sie zu ihrer jährlichen Vorsorge vorbeikommen, unabhängig davon, wann sie im Vorjahr da gewesen waren. Natürlich ist es nicht sehr sinnvoll, eine Vorsorge im Abstand von drei Monaten durchzuführen, der jährliche Abstand sollte Stand in etwa eingehalten werden.

Ausgangsbeschränkungen

Zwölf Bundesländer haben ein einheitliches Vorgehen zur Eindämmung der Coronavirus Pandemie beschlossen.

Demnach gelten „Gruppen“ von mehr als zwei Personen als untersagt, ausgenommen sind Familien. Eine weitere Aufstellung finden Sie hier:

Natürlich sind Besuche von Praxen und andere medizinisch notwendigen Leistungen weiterhin ohne Auflagen zu erhalten. In unserer Praxis sind z.Zt. nicht mehr als zwei-drei Personen gleichzeitig im Wartezimmer.

Was soll das?

Was klamm, heimlich und leise beschlossen wurde, wird zum maximalen Ärgernis für die Frauenärzte.

So knapp vor kurz wurde beschlossen, dass Frauen ohne Gebärmutter (und ohne Gebärmutterhals) ab sofort keinen Vorsorgeabstrich mehr im Rahmen der üblichen Krebsvorsorge bekommen! Einzige Ausnahme sind Frauen, bei denen bereits in der Vergangenheit auffällige Abstriche vorlagen und natürlich weiter kontrolliert werden müssen.

Dieses stellt eine absolute Frechheit gegenüber den Frauen dar und stürzt die Frauenärzte und Frauenärztinnen in ein Dilemma. Wir sollen nun den Frauen erklären, das ab sofort ein Abstrich überflüssig ist? Haben sich die Entscheider mal überlegt, wie das rüber kommt??
Viele Patientinnen werden glauben, dass diese Entscheidung eine Insellösung des Gynäkologen ist, welcher damit Geld sparen wird. Eine Unverfrorenheit, dass diese Situation nicht kommuniziert wird und den Frauen nicht einmal die Möglichkeit geboten wird, selbsttätig zu entscheiden, ob Sie die Diagnostik ggf. auf eigene Kosten machen lassen wollen oder nicht.

Termine online

Liebe Patientinnen,

Ich glaube in jeder Arztpraxis ist es leider so, dass man nicht unbedingt sehr gut telefonisch durchkommt. Leider müssen wir uns auch dazu zählen, bei uns klingeln teilweise drei Telefone auf einmal.

Wir haben Ihnen schon seit Monaten daher die Möglichkeit geboten, online Termine zu vereinbaren. Teilweise sind dieses Termine nur im Internet reserviert.

Von daher nehmen Sie die Möglichkeit war und gehen Sie über den Punkt Termine auf unserer Homepage auf den entsprechenden Arzt oder unsere Ärztin und nutzen Sie diese Möglichkeit.

Sie werden sehen, wie einfach dieses ist. Zusätzlich bekommen Sie sowohl eine Bestätigung, als auch eine Erinnerung 24 Stunden vor dem Termin.

Erschreckend!

Ab dem 55. Lebensjahr haben in Deutschland alle Menschen Anspruch auf eine vorsorgliche Darmspiegelung alle 10 Jahre. Zu Lasten der Kasse, damit ohne Kosten für die Versicherten.

Der Sinn dieser Untersuchung ist bewiesen, das Risiko des kurzen Eingriffes sehr überschaubar.

2017 haben gerade einmal 1,8% aller Frauen und 1,9% aller Männer, welche Anspruch auf diese Untersuchung gehabt hätten, diese auch genutzt!

Bei Männern in Deutschland ist der Darmkrebs der dritthäufigste, bei Frauen der zweithäufigste Tumor. 2018 sind knapp 60.000 Menschen daran erkrankt.

Wesentlich ist hier die Früherkennung, welche offensichtlich ignoriert wird.

Schade……

Das Sommerloch in der Presse nähert sich

Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man den neuesten Artikel in Spiegel online über die so genannten Selbstzahlerleistungen in den Arztpraxen liest. Interessant wird dieser Artikel allerdings diesmal besonders, wenn man in dem Forum darunter die Meinungen von vielen Foristen dazu liest. Fast einmütig wüten diese gegen die Krankenkassen, welche die Selbstzahlerleistung ja generell verteufeln. Für ein Forum in Spiegel online recht erstaunlich.

Wie mies diese Artikel recherchiert wurde, kann man allerdings auch durch perfektes Weglassen von Einzelheiten erkennen. Erstens stimmt der Teilsatz über den Berufsverband der Augenärzte so nicht, dieses wird im Forum weiter unten auch erwähnt. Zweitens sind es die Kassen selbst, die trotz besseren Wissens in der Nachbetreuung von Brustkrebspatientinnen einen Ultraschall der Brust fordern, weil dieser ja zwingend notwendig sei. Das steht so in keiner Leitlinie. In Hessen zumindest wird dieser jedoch noch nicht einmal bezahlt, auch wenn viele Ärzte ihn innerhalb der ersten fünf Jahre in der Nachuntersuchung durchführen oder durchführen lassen. Falls die Kassen gerne mal mit einer Frau sprechen möchten, bei der bei uns im Ultraschall ein bösartiger Befund entdeckt wurde, welcher jedoch nicht in der Mammographie darstellbar, damit also ein Leben gerettet wurde, wir stellen gerne den Kontakt her. Gleiches gilt für die Aussage der Kassen bei übergewichtigen Patienten, bei denen sie eine Durchführung eines vaginalen Ultraschallalles fordern, weil ansonsten ja keine adäquate Aussage über den Zustand von Gebärmutter Eileiter oder Eierstöcken zu treffen sei.

Was denn nun, einmal völliger Unsinn, zum zweiten aber unbedingt notwendig?

Folsäure und Kinderwunsch

Es ist seit langem bekannt, dass Folsäure der wesentliche Faktor in der Verhinderung von s.g. Neuralrohrdefekten ist. Trotzdem ist seit Jahren keine Senkung der Häufigkeit zu sehen. Eine der Gründe ist, dass die Nahrung heutzutage kaum mehr als 200µg Folsäure hergibt, gleichzeitig aber bis zu 550µg Folsäure als Bedarf in der Schwangerschaft dagegen stehen. Der wichtigste Zeitraum der zusätzlichen Einnahme ist bis zur 6.-8. Woche einer Schwangerschaft, weil in dieser Zeit sich der biologische Umbau vollzieht bei dem die Folsäure besonders wichtig ist; dem Schluss des Rückens und z.B. auch der Lippen-Kiefer-Gaumen Region.

Daher ein Appell an alle Paare mit Kinderwunsch sich rechtzeitig mit einem Folsäurepräparat zu versorgen, am Besten 4-6 Wochen vor der Empfängnis oder mit der letzten Pillenpackung! Die empfohlene Dosis beträgt in diesem Zeitraum 800µg Folsäure, da davon ungefähr die Hälfte in aktives Folat umgewandelt wird. Nur dieses ist vom Körper verwertbar.