Hitzewelle in Deutschland und Schwangerschaft 


Hitzewelle und Schwangerschaft: Was hochschwangere Frauen jetzt wissen sollten

Deutschland erlebt derzeit eine außergewöhnlich heiße Phase mit Temperaturen von teils über 35 Grad und auch nachts kaum Abkühlung. Für hochschwangere Frauen ist das eine besondere Belastung – ihr Körper arbeitet bereits auf Hochtouren, und Hitze kommt da als zusätzlicher Stressfaktor hinzu.

Was passiert im Körper bei Hitze?

In der Spätschwangerschaft zirkuliert deutlich mehr Blutvolumen als sonst, das Herz pumpt schneller, und die Haut ist stärker durchblutet, um Wärme abzugeben. Bei großer Hitze gerät dieses System zusätzlich unter Druck: Es kann zu spürbaren Wassereinlagerungen in Beinen und Füßen, zu Schwindel, Kreislaufschwäche oder einem schnelleren Puls kommen. Auch Wehen können durch Hitze und Flüssigkeitsmangel früher ausgelöst werden, da Austrocknung die Hormonausschüttung beeinflusst, die für vorzeitige Kontraktionen verantwortlich ist. Manche Frauen bemerken zudem, dass sich ihr Bauch bei Hitze härter oder fester anfühlt – ein Hinweis darauf, dass der Körper auf die Belastung reagiert.

Was Sie persönlich tun können

  • Trinken Sie regelmäßig, nicht erst bei Durst – am besten 2,5 bis 3 Liter über den Tag verteilt, vorzugsweise Wasser oder ungesüßte Kräutertees.
  • Meiden Sie die größte Hitze zwischen 11 und 17 Uhr; Erledigungen und Bewegung lieber in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden legen.
  • Leichte, luftige Kleidung aus Naturfasern und ein Sonnenhut helfen, die Körpertemperatur niedrig zu halten.
  • Kühlende Maßnahmen wie ein feuchtes Tuch im Nacken, ein Fußbad oder eine lauwarme Dusche bringen schnelle Erleichterung.
  • Füße hochlegen, wann immer möglich, das entlastet Kreislauf und Venen.
  • Auf Warnzeichen achten: Bei starkem Schwindel, Herzrasen, sehr wenig Wasserlassen, plötzlicher Schwellung oder vorzeitigen Wehen sollten Sie sich umgehend bei Ihrer Frauenärztin oder Hebamme melden.

Ernährung und Flüssigkeit

Schwere, fettige Mahlzeiten belasten den Kreislauf zusätzlich. Besser sind kleine, leichte Portionen mit viel wasserhaltigem Gemüse und Obst wie Gurke, Melone oder Tomaten. Eine Prise Salz in den Mahlzeiten ist bei starkem Schwitzen ebenfalls wichtig, da der Körper über den Schweiß auch Mineralstoffe verliert. Alkoholfreies Bier, verdünnte Saftschorlen oder elektrolythaltige Getränke können helfen, den Mineralhaushalt auszugleichen – auf stark gezuckerte oder koffeinhaltige Getränke sollte dagegen verzichtet werden, da sie dem Körper zusätzlich Flüssigkeit entziehen.

Drei hilfreiche Links

Take-Home-Message

Hitze ist für jeden Körper anstrengend – für hochschwangere Frauen aber besonders, da Kreislauf, Flüssigkeitshaushalt und Hormonsystem gleichzeitig gefordert sind. Wer ausreichend trinkt, die Mittagshitze meidet, leicht isst und auf Warnzeichen wie Schwindel oder vorzeitige Wehen achtet, kann die aktuelle Hitzewelle gut überstehen. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu viel bei der Hebamme oder Frauenärztin nachfragen als zu wenig.

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